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Mit Blindheit geschlagen...

Ist es zu fassen, wie unheimlich flach die Leute sind? Und ich rede hier nicht von Ausnahmen, ich rede von der Regel. Wir alle kennen jemanden, dessen Eigenheiten wir beinahe so gut einschätzen können wie unsere eigenen, meistens sogar besser. Wir wissen was er tun wird und wir wissen auch warum.

Aber habt ihr euch schon mal die Mühe gemacht, bei anderen bewusst darauf zu achten?

In Allgemeinen ist es ja so, wie mein liebster Satiriker Tucholsky gesagt hat: Menschen haben zwei Überzeugungen. Eine, wenn es ihnen gut geht und eine, wenn es ihnen schlecht geht.
Das ist an und für sich ja nur menschlich, und niemand würde etwas dagegen sagen... Aber wie kann es sein, dass das den Menschen so gar nicht bewusst ist?

Die Leute laufen blind durch ihr Leben, blind für andere- aber vor allem für sich selbst! Wer ist sich schon wirklich bewusst, warum er tut, was er tut? Wir entscheiden uns prinzipiell für die Option, bei der wir das bessere Gefühl haben. Stimmungs- und Meinungsumschwünge begründen wir mit flachen ausreden, die ganz offensichtlich fehlerhaft sind. Macht sich jemand deshalb die Mühe, uns zu widersprechen? Nein. Nach der Krone der Schöpfung, der ersten bewusst denkenden Spezies klingt das nicht.

Dabei sind wir doch alle durchaus fähig, darüber nachzudenken und  auf analytischer Basis Entscheidungen zu treffen, Uns allen ist klar, dass Menschen auf das was wir tun nicht immer fair oder auch nur logisch reagieren. Wenn wir nett sind, dann heißt das nicht, dass wir nur Nettes zurückbekommen. Trotzdem gehen wir, sei es nun aus Naivität, Egozentrik oder einfach aus Dummheit, prinzipiell davon aus, dass unsere Taten mit entsprechenden Reaktionen honoriert werden. Schade, dass unsere Gesellschaft so gar nicht darauf ausgelegt ist...

Unsere gedankenlose, stimmungslastige Launenhaftigkeit hat unweigerlich zur Folge, dass jegliche Art von Idealen und Zielen auf der Strecke bleibt- und ohne das, ohne etwas, um darauf zuzuarbeiten... wofür lohnt sich dann der ganze Unsinn, den wir verzapfen? Man havariert zusehends in einem Meer aus Möglichkeiten. Ohne Überzeugungen denen man treu bleibt, wenn man nichts hat, um sich daran fest zu halten, wie entscheidet man da zwischen richtig und falsch?

Klar. Was alle tun ist richtig. Worauf das hinausläuft wissen wir, nicht wahr? Trotzdem ist das noch immer die vorherrschende Meinung, und wer könnte es den Leuten verdenken? In einer so gedankenlosen Welt...

...Und wenn man ganz ehrlich ist: Zu viel nachdenken ist auch nicht gesund.   

 

1.6.11 15:54
 


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